Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen in Mittelfranken
Die Al-Anon Familiengruppe stellt sich vor
"Ich trinke nicht und dennoch ist mein Leben von der Sucht geprägt"
Erfahrungen mit Al-Anon aus der Weißenburger Gruppe:
- Um gemeinsam die Trockenheit meines Partners zu meistern, suchte ich Hilfe bei Al-Anon. Durch die Erfahrung langjähriger Gruppenmitglieder und ihrer Offenheit, konnte ich viel für den Umgang mit meinem Partner herausholen. Ohne die Gruppe hätte ich viel falsch gemacht. Da mir dadurch sehr geholfen wurde, möchte ich nun auch andere betroffene Angehörige helfen. Ich bin dankbar, dass es Al-Anon gibt.
- Als ich zu Al-Anon gekommen bin, hat mein Mann noch immer getrunken. Wir gingen gleichzeitig zu den Gruppen, ich zu Al-Anon und er zu den Anonymen Alkoholikern (AA). Es dauerte einige Monate bis er den Willen hatte, mit dem Trinken aufzuhören. Mittlerweile ist er seit ca. 20 Jahren trocken. Dank der Al-Anongruppe hatte ich die Kraft und Geduld, das durchzustehen.
- Mein Mann ist Lkw-Fahrer und ist mit Alkohol am Steuer von der Polizei erwischt worden. Der Führerschein war weg und er musste einen Entzug machen, der zunächst wenig erfolgreich war. Der zweite Entzug dauerte länger und nun hat er es geschafft und ist seit 5 Jahren trocken. Es war eine schwere Zeit und die Familie drohte zu zerbrechen. Al-Anon und die vielen Gespräche dort waren für mich sehr wichtig und nun blicke ich mit meiner Familie wieder zuversichtlich in die Zukunft.
- Mein Mann hat getrunken seit ich ihn kenne. Die Situation wurde im Laufe der Zeit immer schwieriger, es gab häufig Streit und unser Sohn hat sehr darunter gelitten. Ich hatte schon keine Lust mehr mit ihm wegzugehen, weil er ständig besoffen war. Mein Freundeskreis wurde kleiner. Dann bekam er in seiner Arbeit Probleme und ich wollte mich nach fast 30 Jahren von ihm trennen. Er entschloss sich zu einem Entzug, der drei Monate dauerte. Als er wieder zuhause war, hatte er sich verändert und ich gab unserer Ehe noch eine Chance. Meine eigene Unsicherheit, wie ich mich aufgrund der veränderten Situation verhalten sollte, brachte mich zur Al-Anongruppe. Es hat mir gutgetan über meine Probleme und Sorgen zu reden.
Selbsthilfegruppe Al-Anon
Die Al-Anon Familiengruppe ist eine Gemeinschaft von Verwandten und Freunden von Alkoholikern, die ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander teilen, um ihre gemeinsamen Probleme, die verbunden sind mit dem Alkoholismus, wie Angst, Unsicherheit, gestörte Beziehungen in der Familie, wo auch Kinder mit darunter leiden, zu besprechen und versuchen, sie zu lösen. Es ist gleichgültig, ob wir noch mit einem trinkenden oder schon trockenen Alkoholiker zusammen leben oder ob man sich bereits von ihm getrennt hat. Auch dort, wo ein Alkoholiker nicht mehr trinkt und sich um seine Genesung bemüht, ist es für die Angehörigen im Zusammenleben oft schwer, sich der Situation anzupassen und auch wieder das Vertrauen zueinander zu finden.
Al-Anon ist nicht gebunden an irgendeine Sekte, Konfession, politische Gruppierung, Organisation oder irgendwelche Institutionen. Al-Anon geht auf keinen Meinungsstreit ein; bei Anliegen außerhalb der Al-Anon-Gemeinschaft wird kein Standpunkt befürwortet oder abgelehnt. Es gibt keine Mitgliedsbeiträge. Al-Anon erhält sich selbst durch eigene freiwillige Zuwendungen.
Al-Anon hat nur ein Anliegen: den Familien von Alkoholikern, egal ob Frau, Mann oder Kind zu helfen. Dies geschieht dadurch, dass uns Angehörige von Alkoholikern willkommen sind und dass wir sie trösten und dadurch, dass wir dem Alkoholiker Verständnis entgegenbringen und ihn ermutigen.
Termine
Regelmäßige Termine für die Treffen sind immer der 1. und 3. Donnerstag im Monat, auch an Feiertagen, in der Suchtberatung, Schwärzgasse 1 in Weißenburg (Eingang am Turm neben der Arbeitsagentur). Anmeldung ist nicht notwendig.

